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Samstag, 17 Mai 2014 22:06

Feedback zum ÖIV-Newsletter 5/2014

geschrieben von

Email vom 15.05.2014 von Horst Roos


Liebe Maria, liebe Frau Fercher,

das ist ein sehr beeindruckender Newsletter, besonders fasziniert mich Eure/Ihre Evaluationsstudie und das, was Ihr zu Eurem 20-jährigen Jubiläum vorhabt. Es ist sehr beeindruckend, wie vielfältig Ihr Validation verkörpern könnt – von der praktischen Unterstützung bis hin zur wissenschaftlich inspirierten Weiterentwicklung. Beim Lesen habe ich den Eindruck, daß das, was Ihr macht, »atmet« – lebendig, lebensfreundlich, mit Mitgefühl und Wärme.

Gratulation also zu Deiner/Ihrer hervorragenden Arbeit, Eurer großen Tiefe und zu Eurem großen Engagement. Ich wollte, mehr von Euren/Ihren Anstößen würden ins benachbarte Ausland »überschwappen«. Ein Institut für Validation hier würde uns mit Sicherheit gut tun.

Herzliche Grüße -

Horst Roos

Altenarbeit im Prot. Dekanat Frankenthal (Pfalz)
Kanalstr. 6 (Dathenushaus)
67227 Frankenthal
Postanschrift:
Gartenstr. 6
67227 Frankenthal
Tel. (06233) 2390977 - Anrufbeantworter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.kirchen-ft.de
www.gpd-ft.de
www.spätblau.de
www.seniorenbegleiter.ws

eine Multimediale Veranstaltung

VORTRAG – FILM – LIVE-VIDEODOKU – PODIUMSDISKUSSION am

Do., 27. März 2014, 18.00 bis 21.30 Uhr

im Gemeindezentrum Str. Ruprecht, Kinoplatz 3, A-9020 Klagenfurt

EINTRITT FREI


„Gesellschaftlich sind Frauen ab 50 unsichtbar. Um dem Jugend- und Schönheitswahn zu entkommen müssen sie sich eine neue Identität konstruieren und neuen Beschäftigungen nachgehen. Im Film geht es um die Sichtweise auf das eigene Altern der 12 US-Amerikanischen Künstlerinnen und Musikerinnen.“

(Sol Haring: Filmemacherin, Freie Wissenschaftlerin)

Details zur Veranstaltung adobe reader symbol

Wir freuen uns, ihnen wiederum eine Videodokumentation des 3-Tage-Kurses 2013 "Sich im Alltag helfen können" zeigen zu können.

Unser Dank gilt hier insbesondere:

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den 11 pflegenden Angehörigen, die mit 8 von ihnen betreuten, demenziell erkrankten Familienmitgliedern bereit waren, einer Audio- und Videodokumentation des Kurses zuzustimmen und dieses Video einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen,

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den FördergeberInnen, die es ermöglicht haben, dass dieser Kurs für die TeilnehmerInnen kostenfrei abgehalten werden konnte,

Logo-Block PROGRAMM Ang-2013

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dem Bildungshaus SODALITAS in Tainach / Tinje Bildungshaus SODALITAS, Tainach / Tinje in Kärnten, das mit seinem fürsorglichen und engagierten Team eine Wohlfühl-Atmosphäre verbreitet,

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dem Team des 3-Tage-Kurses: Petra FercherMaria HoppeSarka Lahner - alle drei Dipl. VTI Validation Trainerinnen nach Naomi Feil,

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unseren Gastvortragenden: Hannelore Pacher, Mitglied der SHG Alzheimer Klagenfurt und Villach; Dr. Dieter Michael Schmidt, Praktischer Arzt (Geriatrie), Hausarzt,

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Karl Rittmann, Red-Eye Imaging, für die Videobegleitung und die Anfertigung dieser Dokumentation.

Die Videodokumentation (37 Minuten) in Hd - siehe nächste Seite

Tipp des Monats (2)

"Die Geburtstagsfeier"

Eine Geschichte aus der Validation-Prraxis
von Maria Hoppe

Eine Freundin, Eva G., rief mich an und teilte mir mit, dass ihre Mutter, Fini K., jetzt ohne Zweifel dement sei. Die Familie diskutiere seit gestern ernsthaft, ob Fini K. in die Psychiatrie zu bringen sei. Beim Nachfragen, was denn passiert sei, erzählte Eva G., dass die Mutter beim gestrigen Geburtstagsfest, zu welchem ihr Sohn, Franz K., viele Gäste in seinen Garten eingeladen hätte, sehr irritiert und unruhig, geradezu ängstlich, gewirkt hätte.
Immer wieder fragte sie mit weit aufgerissenen Augen, wer denn all die Leute seien und wo die alle herkämen.
Eva G. schilderte die Reaktionen der Gäste auf das Verhalten ihrer Mutter und fasste diese folgendermaßen zusammen. „Die geladenen Gäste tauschten Blicke aus, tuschelten ‚so fängt es an'... und eine Frau fragte mich ganz offen: ‚Haben Sie Ihre Mutter schon auf Demenz untersuchen lassen?'
Nachdem die Gäste gegangen waren, half ich meinem Bruder und und meiner Schwägerin beim Aufräumen. Wir steigerten uns immer mehr in eine Art Panik hinein – unsere Mutter dement? ... Natürlich hatten wir schon bemerkt, dass sie dieselben Geschichten immer wieder erzählte, dass sie in kurzen Abständen immer wieder das gleiche nachfragte...
Wir kamen zu dem Schluss, dass unsere Mutter untersucht werden müsse und medikamentös zu behandeln sei, um ihre Unruhe abbauen zu können... Doch vor diesem Schritt kam mir die Idee, dich, Maria, anzurufen. Du kennst meine Mutter und kannst mir als Expertin für den Umgang mit desorientierten alten Menschen vielleicht helfen, was jetzt am besten zu tun wäre."

„Übliche" Reaktion auf das Verhalten:

Alte Menschen mit auffälligem Verhalten werden insbesondere von deren Angehörigen oder FreundInnen sehr genau beobachtet, vor allem auch dann, wenn sie noch dazu ein wenig unsicher oder wackelig unterwegs sind. Dies hat für die Umgebung von desorientiert wirkenden, alten Menschen unterschiedliche Gründe: Sorge, Angst, Unsicherheit damit umzugehen können überfordern, Stress hervorrufen.
Vorerst wird meist mittels logischer Erklärungen versucht, dem alten Menschen auf seine Fragen zu antworten. „Die Leute kennst du doch noch vom Fest damals, als..." oder: „Das sind Bekannte und Freunde von Franz." Die Erklärungen gehen in solch einer Situation häufig ins Leere, werden vom alten Menschen nicht aufgenommen oder verstanden. Man wiederholt die Erklärung, wieder vergebens. Die Stimme wird lauter. Vielleicht hört der alte Mensch schlecht? Dann nimmt man die Hände zu Hilfe, unterstreicht das Gesagte durch die Gestik. Wieder kein Erfolg, der alte Mensch schreckt vielleicht sogar zurück, geht weg, fragt sich weiter durch, als wäre er von etwas getrieben.
Die nächste Variante sind Beschwichtigungen wie: „Setzen Sie sich doch hin, es ist alles in Ordnung, das ist eine Geburtstagsfeier Ihres Sohnes". Die Irritation auf beiden Seiten wächst, die Stimmen werden lauter, die Geduld schwindet...
Vielleicht ist der nächste Versuch, mithilfe von Ablenkung durch Angebote Erfolg zu haben, zur Beruhigung beizutragen, wirkungsvoller? Beispielsweise: „Komm, iss was, schau, was es für gute Sachen gibt" oder: „Setz dich zu uns und raste dich ein bisschen aus..." Irgendwann kann sich gar Resignation breitmachen und das Interesse schwindet, helfen zu wollen, weil „ist alles umsonst, nutzt nix".

Kommentar aus der Sicht von Validation:

Nachfragen, um sich auszukennen, ist sowohl für Menschen mit als auch ohne Desorientierung oder Demenz ganz natürlich, wenn man sich orientieren oder sich auskennen will. Unbekannte Situationen verunsichern nicht nur alte Menschen, insbesondere wenn sie nicht gewohnt sind, regelmäßig unter vielen, ihnen unbekannten Leuten zu sein. Unbekannte Situationen können Stress und Angst verursachen oder Panik auslösen.

  • Das Bedürfnis alter, insbesondere desorientierter Menschen ist, sich sicher zu fühlen, sich auszukennen, sich den Situationen entsprechend angemessen zu verhalten. Sie wollen wissen, wo sie sind, wer die anderen sind, aus welchem Grund um sie herum viele Leute sind, was die anderen von ihnen erwarten könnten, wie sie „ankommen" und ob sie „gut" wirken auf andere...
  • Wenn Menschen in Stress sind, können sie die Umgebung oft nicht klar wahrnehmen, weil sie emotional mit einer Sache beschäftigt sind. Das kann man unter anderem auch daran erkennen, dass der Blick unruhig umherschweift, ganz woanders oder in weite Fernen zu gehen scheint. Daher helfen logische Erklärungen hier nicht.
  • Menschen können durch ungewohnte Situationen völlig aus dem Gleichgewicht geraten, sie streben jedoch nach einem inneren Gleichgewicht. Situationen in der Gegenwart können alte Erinnerungen von ähnlichen Begebenheiten wachrufen und plötzlich gegenwärtig sein lassen - und dadurch ähnliche Gefühle wie damals auslösen. Daher hilft Beschwichtigen hier nicht.
  • Gegenwärtige Ereignisse können unvermittelt gleichsam Fahrkarten in die Vergangenheit sein. Auch die Erfahrung von Damals und Dort wirkt mit, dass der alte Mensch JETZT SO reagiert – anknüpfend daran, wie es ihm oder ihr damals gelungen ist, sich zu helfen oder helfen zu lassen. Daher hilft hier auch keine Ablenkung, zu stark ist das Erlebte im Vordergrund und blockt die Umgebung ab.


Tipp:

Welches Bild ich von einem desorientierten alten Menschen habe, wirkt sich unter anderem sehr wesentlich auf den Umgang mit ihm aus.
Berücksichtigen wir, dass das Verhalten eines Menschen immer einen Grund hat, können wir versuchen, mit ihm gemeinsam ein Stück quasi „in seinen Schuhen zu gehen", indem wir Blickkontakt aufzunehmen versuchen und dann zum Beispiel das Gesagte wiederholen: „Sie möchten wissen, wer diese Menschen da sind?" Es folgt sicherlich eine Reaktion, vielleicht ein erleichtert wirkendes Ja, begleitet von einem Seufzer oder ähnlichem.

  • Konkret fragte ich Eva G., was sie sich von der Einweisung der Mutter in die Psychiatrie tatsächlich erwarte, abgesehen davon, dass eine Einweisung nicht so ohne weiteres möglich ist. Eva G. sagte: „Dass meine Mutter richtig eingestellt und wieder ruhig wird".

Ich konnte Eva G. jetzt zwei Alternativen anbieten:

Erstens:
Zur Frage „Haben Sie Ihre Mutter schon auf Demenz untersuchen lassen?", einer der Auslöser für die Idee, die Mutter in die Psychiatrie zu geben, kann gesagt werden:

Ein Besuch bei einem speziell für die Abklärung und Diagnostik von Demenzerkrankungen (es gibt rund 50 verschiedene Arten von Demenzerkrankungen) ausgebildeten Facharzt oder einer Memory-Klinik wäre absolut einer Einweisung in die Psychiatrie vorzuziehen. Zu solch einem Besuch begleiten die Angehörigen meist die betroffene Person. Spezielle Einrichtungen zur Abklärung einer Demenz wissen, wie sie behutsam sowohl mit den Betroffenen als auch mit Angehörigen oder Bezugspersonen umgehen – auch im weiteren Verlauf der Erkrankung, falls diese überhaupt besteht.
Angenommen, die Mutter käme in die Psychiatrie, würde dort „ruhiggestellt" mit ungewissem Ausgang, ob sie sich von diesem „zwangsweisen", wenn auch gut gemeintem Ortswechsel zu einer ihr völlig unbekannten und ungewohnten Umgebung unter fremden Menschen nicht sogar verschlechtern könnte...vielleicht sogar einen Schock erleidet, weil sie wahrscheinlich nicht verstehen würde, warum sie dorthin gebracht wird...
Die Mutter hatte gute Gründe, sich bei der Geburtstagsfeier so zu verhalten, weil „hinter jedem Verhalten steckt ein Grund" (Naomi Feil). Hinzu kommt noch, dass Fini K. ein eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis hat (was Eva G. bestätigt) und ihre Fähigkeit abgenommen haben könnte, Dinge und Personen richtig einzuordnen (oder richtig zuzuordnen). Das vergrößert die Unruhe und Angst bei desorientierten Personen. Die Mutter vergisst womöglich, dass es um die Geburtstagsparty des Sohnes geht und sie weiß nicht, warum sie "hierher" gekommen ist. Sie weiß nicht WO sie ist und vor allem nicht WARUM, insbesondere, wenn sie in Stress ist. Die vielen "fremden" Leute um sie herum sind dann ein zusätzlicher Grund für ihre Angst.

Zweitens:
Unter diesem Gesichtspunkt hilft der Mutter: Liebevolles Nachfragen, gekoppelt mit einer sanften Berührung, vielleicht auch dem Angebot, sich einzuhängen – um ihr das Gefühl zu geben, sie ist nicht alleine in dieser für sie jetzt „fremden Welt".

Drei Grundbedürfnisse sind wichtig zu berücksichtigen, um einem desorientierten alten Menschen zu helfen, sein inneres Gleichgewicht zu erlangen oder erhalten zu können:

  • Gefühle ausdrücken können: Ausdrücken, was in ihr vorgehen könnte: „du möchtest dich auskennen, wer die Leute da sind"...
  • Sich sicher, geliebt und anerkannt zu fühlen: Die Mutter will sich sicher fühlen, also ist es wichtig, dass jemand sie emotional begleitet und sie da abholt, wo sie emotional ist – was sich in ihrem Verhalten ausdrückt durch unruhigen Blick, Umherirren, sich zu orientieren suchen. Unter diesen Gesichtspunkten ist es wichtig, Fini K. das Gefühl zu geben, dass man sie ernst nimmt und ihre Gefühle wahrnimmt und ihr hilft, diese ausdrücken zu können. In weiterer Folge lässt man Fini K. in unbekannten Situationen besser nicht alleine, begleitet sie.
  • Sich nützlich und gebraucht fühlen und das eigene Tun als sinnvoll erleben.


Das kann Validation „bringen":

Verstehen und akzeptieren lernen, dass es hilfreich ist, die oben beschriebenen drei Grundbedürfnisse desorientierter alter Menschen ernst zu nehmen und zu versuchen, dass diese erfüllt werden.

Ergebnis der Telefonberatung:

Eva G. und ihre Familie fanden einen völlig neuen Zugang zu Fini K. Sie lernten, die sich immer wiederholenden Geschichten zu hinterfragen oder einfach stehen zu lassen. Und sie kamen auf die Idee, Fini K. ihr Leben niederschreiben zu lassen. Fini K. blühte auf, besuchte alte Freunde und Orte ihrer Vergangenheit, sammelte Fotos und schrieb ihre Lebensgeschichte auf. Wenn sie zeitweise verwirrt schien, erhielt sie einfach mehr Aufmerksamkeit durch ihre Familie. Die Situation hatte sich für alle entspannt, und zwar dauerhaft. Fini K. schlief eines Tages friedlich ein in der Seniorenresidenz, in welcher sie die letzten Lebensjahre mit fallweiser Pflege-Unterstützung verbracht hatte.

Autorin: Maria Hoppe

Hilfreiches im Umgang mit Demenz

- ein Vortrag für PersonenbetreuerInnen des  Pflegedienstes ISL Lienz.

Unter anderem werden Filmausschnitte der Kurzfilme "Leben mit Alzheimerkranken" in den Vortrag eingebaut. Ergänzende Theorie und Einblicke in die Methode Validation nach Naomi Feil mit Praxisbezug, Rollenspiele, Beantwortung von Fragen aus dem Pflegealltag der PersonenbetreuerInnen runden den Vortrag ab. Ziel: Empowerment der PersonenbetreuerInnen für einen erleichternden Umgang mit desorientierten, dementen alten Menschen und deren Angehörige.

Referentin:
Maria Hoppe
Dipl. VTI Validation Trainerin nach Naomi Feil

Donnerstag, 14 Februar 2013 08:34

01. Tipp des Monats 2013: "Das Totenlied"

"Das Totenlied"
- eine Geschichte von Gunvor Sramek.


Eine Tochter erzählte mir neulich folgendes:
„Meine alte Mutter ist nicht dement. Sie lebt alleine; wir verstehen uns gut und sie freut sich immer über meine Besuche. Aber es gab ein bestimmtes Ereignis, dass mich noch immer beschäftigt. Als ich einmal in der Früh zum Kaffee vorbeikam, standen alle Schränke und Schubladen offen. Meine Mutter erzählte ganz aufgeregt, dass der Mann von einer bestimmten Musiksendung aus dem Fernsehen „hier war mit seinem Team" um eine Aufnahme von einem „Totenlied" zu machen. Diese Leute haben alles durchwühlt und deshalb ist alles durcheinander. Meine Mutter warf mir vor, dass ich diese Leute erlaubt hatte zu ihr in die Wohnung zu kommen ohne sie vorher zu fragen; - sie gab mir die Schuld von dem Durcheinander in der Wohnung.

„Übliche" Reaktion auf das Verhalten:

Die Tochter reagierte so: „Als ich ihr sehr energisch erklärte, dass sie das alles nur geträumt hatte, wurde sie richtig böse. Es gelang mir nicht, sie davon zu überzeugen, dass sie sich das nur eingebildet hatte. Sie machte einen unglücklichen aber völlig verbissenen Eindruck und ich war frustriert, weil es mir sonst immer gelang sie zu Vernunft zu bringen. Erst am nächsten Tag war sie dann einsichtig und sagte, dass ich wahrscheinlich Recht hatte. Sie konnte sich das aber nicht erklären."

Kommentar aus der Sicht von Validation:

Realitätsorientierung hilft so gut wie nie in so einem Fall. Im Gegenteil; der alte Mensch fühlt sich nicht verstanden und es kommt zum Streit. Der alte Mensch wird sich dann mehr und mehr zurückziehen. Er wird sich hüten das nächste Mal von solchen Dingen zu reden. Aus unserer langjährigen Erfahrung wissen wir, dass es sich in solchen Fällen um einen „verschlüsselten Hilfeschrei" handelt. Der alte Mensch benützt einen „Umweg" um sein Anliegen vorzubringen. Es spricht in Bildern. Wir nennen das Symbolsprache.
- „Durchwühlte Möbelstücke" stehen oft stellvertretend für die zunehmende „Unordnung" im eigenen Kopf. Der Schrank oder die Schublade ist der „Behälter" (Kopf), wo Ordnung sein sollte. Der alte Mensch spürt aber, dass er zunehmend die Kontrolle über seine eigenen Angelegenheiten verliert. Das macht ihm Angst; er will (und kann) es nicht wahrhaben. Er leugnet, dass es im Alter normal ist etwas vergesslich zu werden und den Überblick zu verlieren. Dieser alte Mensch war immer ein Perfektionist und er sagt deshalb: „ich bin ja nicht blöd" !
Die alten Menschen sagen oft: „Sie kommen herein und durchwühlen meinen Schrank."
Sie erfinden also einen oder mehrere „Sündenböcke", die an ihrem Unglück Schuld sind.

Tipp:

Wie könnte die Tochter hier reagieren OHNE der Mutter Recht zu geben und ohne eine gutgemeinte Lüge zu benützen?
Statt das Gesagte anzuzweifeln oder zu kommentieren könnte man versuchen nachzufragen mit: „Was ist passiert? Wann hast du es bemerkt? War es da dunkel oder hell? Wie hast du es bemerkt? Dann könnte man fragen: „Ist so etwas früher mal passiert?" Hast du Angst gehabt? Was ist das Schlimmste, das passieren hätte können?
Der Sinn dieser Fragen ist es, dem alten Menschen die Möglichkeit zu bieten, seine Ängste und Sorgen auszudrücken. Er könnte jetzt endlich sagen: „Ich fühle mich manchmal so hilflos; ich kenne mich oft nicht aus ....."

Das kann Validation „bringen":
Die Anwendung der obigen Tipps nützt einem alten desorientierten Menschen sehr. Endlich findet er einen vertrauensvollen Zuhörer und mit seiner Hilfe auch die passenden Worte für seine Ängste.
Zum Schluss versucht man gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Das Gespräch endet in einer völlig entspannten, positiven Atmosphäre. Der alte Mensch sagt dann oft selber: Vielleicht habe ich mir das nur eingebildet weil ich oft so alleine bin?

"Sich im Alltag helfen können 2012" - Pflegende Angehörige mit ihren an Alzheimer Demenz erkrankten Betreuten - eine Video Dokumentation

Live Dokumentation: VIDEO eines 3-Tage-Kurses
Autor: Karl Rittmann / RED EYE Imaging (2012)

Kurstage:
27. juni, 24. Juli und 27. August 2012
Kursort: Bildungshaus SODALITAS in Tainach / Tinje, Kärnten / Austria.

gefördert vom bmask logo cmyk Kopie

Österreichischen Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

Drei 3-Tage-Kurse unter dem Titel "Sich im Alltag helfen können" haben in Wien (Kurs 1: Kardinal König Haus) und Kärnten (Kurs 2 und 3 im Bildungshaus SODALITAS in Tainach / Tinje in Kärnten) im Jahr 2012 stattgefunden. Der Kurs 3 in Tainach war wiederum ein Pilotprojekt im Pilotprojekt: erstmals haben pflegende Angehörige ihre an (Alzheimer) Demenz erkrankten Betreuten mitnehmen können - diese haben parallel zum Seminar der pflegenden Angehörigen an einem speziell abgestimmten Wohlfühl- und Aktivierungsprogramm teilgenommen. Siehe hierzu die Live-Videodokumentation des Kurses 3 im Bildungshaus SODALITAS 2012.

Audios vom Symposium "Pflegende Angehörige", 16.04.2012 Empfehlung

Das Symposium zum Nachhören:

Hier finden Sie die Audio - Tracks / Mitschnitte vom Symposiium "PFLEGENDE ANGEHÖRIGE - Wege zur Gesundheit durch Zusammenarbeit". (Audiomitschnitt Stefan Schweiger, photographer).
Das Symposium fand am 16.04.2012 im Kärntner Landesarchiv in Klagenfurt am Wörthersee statt.
160 TeilnehmerInnen und Teilnehmer - siehe Details und Dokumentation zum Symposium

01_Begruessung_Symp_16.04.2012

Begrüßung durch die Moderatorin Mag.a Sieglinde Trannacher und Maria Hoppe (für den Veranstalter: Österreichisches Institut für Validation)

02_Norbert-Schnetzer_Symp_16.04

10.05 – 10.20: Angehörige. Freiwillige. ProfessionistInnen. Modelle einer Zusammenarbeit
Norbert Schnetzer, Pflegedirektor am Landeskrankenhaus Rankweil, Leiter der Aktion Demenz Vorarlberg, Vorsitzender des Österreichischen Instituts für Validation

03_Birgit-Meinhard-Schiebel_Symp_16.04

10.20 - 10.35: „Ich hab' es mir nicht ausgesucht..." - Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger

10.35 – 11.05: PFLEGENDE ANGEHÖRIGE KOMMEN ZU WORT Einblicke in den Alltag. Mit Filmausschnitten aus drei österreichischen Dokumentarfilmen.

04_Welt-pfleg-Angeh_DANNEBERG+Trailer_16.04

Bärbl Danneberg, Wien
Bärbl ist Protagonistin im Film MEHR ALS ICH KANN (von Herbert Link) – und hat über die Pflege der Mutter das Buch „Alter Vogel, flieg!" geschrieben.
Sie berichtet aus der Sicht „einige Jahre danach".

• TRAILER „Mehr als ich kann" – ein Film über den Pflegealltag im Verborgenen www.youtube.com

05_Pfleg-Ang_LIECHTENSTEIN+MUNICH_16.04

Alexandra Liechtenstein, Rosegg pflegt ihre mehrfach behinderte Tochter
Erika Munich, Klagenfurt: Ihre Mutter hat Demenz, lebt seit vier Jahren in einem Pflegeheim, weil es zu Hause nicht mehr ging. Sie besucht ihre Mutter bis zu fünfmal in der Woche, obwohl die Mutter nicht mehr sprechen kann und die Verständigung sehr schwierig ist. Fr. Munich ist im Leitungsteam der Selbsthilfegruppen Alzheimer Angehörige in Klagenfurt und Villach

• TRAILER „ZURÜCK ZU EINEM UNBEKANNTEN ANFANG" www.leben-mit-alzheimerkranken.at

06_Pfleg-Ang_Stefan-SCHWEIGER_16.04

Stefan Schweiger, Klagenfurt: Seine Großmutter ist vor drei Jahren an Krebs gestorben. Als die Diagnose bekannt gegeben wurde, ließ Herr Schweiger keine Möglichkeit aus, seine Großmutter zu besuchen. Sie ist im Kreise der Familie gestorben. Stefan begleitet derzeit seinen besten Freund, dessen Zustand sich jetzt rapid verschlechtert hat, Dieser Freund lebt seit drei Jahren mit dem Wissen, was es bedeutet, an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt zu sein. Sein Motto: „I do not regret, what I have done, but what I have not done"

• TRAILER „Ilse, wo bist du?" www.ilsewobistdu.at/filminfo.html

07_Pfleg-Ang-ZEDLACHER-HPE_16.04

Hermine Zedlacher, Friesach: Hat lange Jahre die Leitung einer HPE – Selbsthilfegruppe. Ihr Sohn ist seit seinem 17. Lebensjahr psychisch erkrankt. Hermine hat enorm profitiert durch den Austausch – "damals vor über 20 Jahren war man alleine..."

08_Petra-Fercher_VALIDATION_16.04

11.05 – 11.20: Menschen mit Demenz besser verstehen - Validation als Hilfe für den Alltag"
Petra Fercher, Dipl. VTI Validationstrainerin nach Naomi Feil

09_Dr-Michael-Schmidt_16.04

11.20 – 11.35: Fallbeispiele eines Hausarztes - Dr. Michael Schmidt, Hausarzt (Geriatrie)

10_Praesentation_Gruppenarbeit_16.04

12.20 – 13.00: DAS PUBLIKUM KOMMT ZU WORT - in Kleingruppen: Austausch von Ideen und Einschätzungen, Wünschen und Forderungen

13.00 - 13.30: Präsentation der Ergebnisse

11_Nachmittag_Einlaeitung_Moderation_16.04

Moderation: Maga Sieglinde Trannacher, Akademische Gerontologin

12_Podium_1.Runde_alle_16.04

13.45 – 15.30: PODIUMSDISKUSSION - Moderation: Maga Sieglinde Trannacher, Akademische Gerontologin

Am Podium sind:

  • Maria Hoppe, Österreichisches Institut für Validation
  • Dr. Peter Kaiser, Gesundheitsreferent des Landes Kärnten
  • Dr. Peter Kostelka, Volksanwalt
  • Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der IG Pflege
  • Mag. Dr. Viktor Omelko, Caritasdirektor Kärnten
  • Mag. Christian Ragger, Soziallandesrat Kärnten
  • Maga Birgit Ruprecht-Komann, Vertretungsnetz Sachwalterschaft Kärnten

13_Diskussion_Publikum+Podium+Schluss_16.4

Fragen und Statements aus dem Publikum mit Kommentaren der Podiumsgäste

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