Donnerstag, 14 Februar 2013 09:34

01. Tipp des Monats 2013: "Das Totenlied"

"Das Totenlied"
- eine Geschichte von Gunvor Sramek.


Eine Tochter erzählte mir neulich folgendes:
„Meine alte Mutter ist nicht dement. Sie lebt alleine; wir verstehen uns gut und sie freut sich immer über meine Besuche. Aber es gab ein bestimmtes Ereignis, dass mich noch immer beschäftigt. Als ich einmal in der Früh zum Kaffee vorbeikam, standen alle Schränke und Schubladen offen. Meine Mutter erzählte ganz aufgeregt, dass der Mann von einer bestimmten Musiksendung aus dem Fernsehen „hier war mit seinem Team" um eine Aufnahme von einem „Totenlied" zu machen. Diese Leute haben alles durchwühlt und deshalb ist alles durcheinander. Meine Mutter warf mir vor, dass ich diese Leute erlaubt hatte zu ihr in die Wohnung zu kommen ohne sie vorher zu fragen; - sie gab mir die Schuld von dem Durcheinander in der Wohnung.

„Übliche" Reaktion auf das Verhalten:

Die Tochter reagierte so: „Als ich ihr sehr energisch erklärte, dass sie das alles nur geträumt hatte, wurde sie richtig böse. Es gelang mir nicht, sie davon zu überzeugen, dass sie sich das nur eingebildet hatte. Sie machte einen unglücklichen aber völlig verbissenen Eindruck und ich war frustriert, weil es mir sonst immer gelang sie zu Vernunft zu bringen. Erst am nächsten Tag war sie dann einsichtig und sagte, dass ich wahrscheinlich Recht hatte. Sie konnte sich das aber nicht erklären."

Kommentar aus der Sicht von Validation:

Realitätsorientierung hilft so gut wie nie in so einem Fall. Im Gegenteil; der alte Mensch fühlt sich nicht verstanden und es kommt zum Streit. Der alte Mensch wird sich dann mehr und mehr zurückziehen. Er wird sich hüten das nächste Mal von solchen Dingen zu reden. Aus unserer langjährigen Erfahrung wissen wir, dass es sich in solchen Fällen um einen „verschlüsselten Hilfeschrei" handelt. Der alte Mensch benützt einen „Umweg" um sein Anliegen vorzubringen. Es spricht in Bildern. Wir nennen das Symbolsprache.
- „Durchwühlte Möbelstücke" stehen oft stellvertretend für die zunehmende „Unordnung" im eigenen Kopf. Der Schrank oder die Schublade ist der „Behälter" (Kopf), wo Ordnung sein sollte. Der alte Mensch spürt aber, dass er zunehmend die Kontrolle über seine eigenen Angelegenheiten verliert. Das macht ihm Angst; er will (und kann) es nicht wahrhaben. Er leugnet, dass es im Alter normal ist etwas vergesslich zu werden und den Überblick zu verlieren. Dieser alte Mensch war immer ein Perfektionist und er sagt deshalb: „ich bin ja nicht blöd" !
Die alten Menschen sagen oft: „Sie kommen herein und durchwühlen meinen Schrank."
Sie erfinden also einen oder mehrere „Sündenböcke", die an ihrem Unglück Schuld sind.

Tipp:

Wie könnte die Tochter hier reagieren OHNE der Mutter Recht zu geben und ohne eine gutgemeinte Lüge zu benützen?
Statt das Gesagte anzuzweifeln oder zu kommentieren könnte man versuchen nachzufragen mit: „Was ist passiert? Wann hast du es bemerkt? War es da dunkel oder hell? Wie hast du es bemerkt? Dann könnte man fragen: „Ist so etwas früher mal passiert?" Hast du Angst gehabt? Was ist das Schlimmste, das passieren hätte können?
Der Sinn dieser Fragen ist es, dem alten Menschen die Möglichkeit zu bieten, seine Ängste und Sorgen auszudrücken. Er könnte jetzt endlich sagen: „Ich fühle mich manchmal so hilflos; ich kenne mich oft nicht aus ....."

Das kann Validation „bringen":
Die Anwendung der obigen Tipps nützt einem alten desorientierten Menschen sehr. Endlich findet er einen vertrauensvollen Zuhörer und mit seiner Hilfe auch die passenden Worte für seine Ängste.
Zum Schluss versucht man gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Das Gespräch endet in einer völlig entspannten, positiven Atmosphäre. Der alte Mensch sagt dann oft selber: Vielleicht habe ich mir das nur eingebildet weil ich oft so alleine bin?

"Sich im Alltag helfen können 2012" - Pflegende Angehörige mit ihren an Alzheimer Demenz erkrankten Betreuten - eine Video Dokumentation

Live Dokumentation: VIDEO eines 3-Tage-Kurses
Autor: Karl Rittmann / RED EYE Imaging (2012)

Kurstage:
27. juni, 24. Juli und 27. August 2012
Kursort: Bildungshaus SODALITAS in Tainach / Tinje, Kärnten / Austria.

gefördert vom bmask logo cmyk Kopie

Österreichischen Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

Drei 3-Tage-Kurse unter dem Titel "Sich im Alltag helfen können" haben in Wien (Kurs 1: Kardinal König Haus) und Kärnten (Kurs 2 und 3 im Bildungshaus SODALITAS in Tainach / Tinje in Kärnten) im Jahr 2012 stattgefunden. Der Kurs 3 in Tainach war wiederum ein Pilotprojekt im Pilotprojekt: erstmals haben pflegende Angehörige ihre an (Alzheimer) Demenz erkrankten Betreuten mitnehmen können - diese haben parallel zum Seminar der pflegenden Angehörigen an einem speziell abgestimmten Wohlfühl- und Aktivierungsprogramm teilgenommen. Siehe hierzu die Live-Videodokumentation des Kurses 3 im Bildungshaus SODALITAS 2012.

Sonntag, 16 September 2012 13:26

Audios vom Symposium "Pflegende Angehörige", 16.04.2012

Das Symposium zum Nachhören:

Hier finden Sie die Audio - Tracks / Mitschnitte vom Symposiium "PFLEGENDE ANGEHÖRIGE - Wege zur Gesundheit durch Zusammenarbeit". (Audiomitschnitt Stefan Schweiger, photographer).
Das Symposium fand am 16.04.2012 im Kärntner Landesarchiv in Klagenfurt am Wörthersee statt.
160 TeilnehmerInnen und Teilnehmer - siehe Details und Dokumentation zum Symposium

01_Begruessung_Symp_16.04.2012

Begrüßung durch die Moderatorin Mag.a Sieglinde Trannacher und Maria Hoppe (für den Veranstalter: Österreichisches Institut für Validation)

02_Norbert-Schnetzer_Symp_16.04

10.05 – 10.20: Angehörige. Freiwillige. ProfessionistInnen. Modelle einer Zusammenarbeit
Norbert Schnetzer, Pflegedirektor am Landeskrankenhaus Rankweil, Leiter der Aktion Demenz Vorarlberg, Vorsitzender des Österreichischen Instituts für Validation

03_Birgit-Meinhard-Schiebel_Symp_16.04

10.20 - 10.35: „Ich hab' es mir nicht ausgesucht..." - Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger

10.35 – 11.05: PFLEGENDE ANGEHÖRIGE KOMMEN ZU WORT Einblicke in den Alltag. Mit Filmausschnitten aus drei österreichischen Dokumentarfilmen.

04_Welt-pfleg-Angeh_DANNEBERG+Trailer_16.04

Bärbl Danneberg, Wien
Bärbl ist Protagonistin im Film MEHR ALS ICH KANN (von Herbert Link) – und hat über die Pflege der Mutter das Buch „Alter Vogel, flieg!" geschrieben.
Sie berichtet aus der Sicht „einige Jahre danach".

• TRAILER „Mehr als ich kann" – ein Film über den Pflegealltag im Verborgenen www.youtube.com

05_Pfleg-Ang_LIECHTENSTEIN+MUNICH_16.04

Alexandra Liechtenstein, Rosegg pflegt ihre mehrfach behinderte Tochter
Erika Munich, Klagenfurt: Ihre Mutter hat Demenz, lebt seit vier Jahren in einem Pflegeheim, weil es zu Hause nicht mehr ging. Sie besucht ihre Mutter bis zu fünfmal in der Woche, obwohl die Mutter nicht mehr sprechen kann und die Verständigung sehr schwierig ist. Fr. Munich ist im Leitungsteam der Selbsthilfegruppen Alzheimer Angehörige in Klagenfurt und Villach

• TRAILER „ZURÜCK ZU EINEM UNBEKANNTEN ANFANG" www.leben-mit-alzheimerkranken.at

06_Pfleg-Ang_Stefan-SCHWEIGER_16.04

Stefan Schweiger, Klagenfurt: Seine Großmutter ist vor drei Jahren an Krebs gestorben. Als die Diagnose bekannt gegeben wurde, ließ Herr Schweiger keine Möglichkeit aus, seine Großmutter zu besuchen. Sie ist im Kreise der Familie gestorben. Stefan begleitet derzeit seinen besten Freund, dessen Zustand sich jetzt rapid verschlechtert hat, Dieser Freund lebt seit drei Jahren mit dem Wissen, was es bedeutet, an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt zu sein. Sein Motto: „I do not regret, what I have done, but what I have not done"

• TRAILER „Ilse, wo bist du?" www.ilsewobistdu.at/filminfo.html

07_Pfleg-Ang-ZEDLACHER-HPE_16.04

Hermine Zedlacher, Friesach: Hat lange Jahre die Leitung einer HPE – Selbsthilfegruppe. Ihr Sohn ist seit seinem 17. Lebensjahr psychisch erkrankt. Hermine hat enorm profitiert durch den Austausch – "damals vor über 20 Jahren war man alleine..."

08_Petra-Fercher_VALIDATION_16.04

11.05 – 11.20: Menschen mit Demenz besser verstehen - Validation als Hilfe für den Alltag"
Petra Fercher, Dipl. VTI Validationstrainerin nach Naomi Feil

09_Dr-Michael-Schmidt_16.04

11.20 – 11.35: Fallbeispiele eines Hausarztes - Dr. Michael Schmidt, Hausarzt (Geriatrie)

10_Praesentation_Gruppenarbeit_16.04

12.20 – 13.00: DAS PUBLIKUM KOMMT ZU WORT - in Kleingruppen: Austausch von Ideen und Einschätzungen, Wünschen und Forderungen

13.00 - 13.30: Präsentation der Ergebnisse

11_Nachmittag_Einlaeitung_Moderation_16.04

Moderation: Maga Sieglinde Trannacher, Akademische Gerontologin

12_Podium_1.Runde_alle_16.04

13.45 – 15.30: PODIUMSDISKUSSION - Moderation: Maga Sieglinde Trannacher, Akademische Gerontologin

Am Podium sind:

  • Maria Hoppe, Österreichisches Institut für Validation
  • Dr. Peter Kaiser, Gesundheitsreferent des Landes Kärnten
  • Dr. Peter Kostelka, Volksanwalt
  • Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der IG Pflege
  • Mag. Dr. Viktor Omelko, Caritasdirektor Kärnten
  • Mag. Christian Ragger, Soziallandesrat Kärnten
  • Maga Birgit Ruprecht-Komann, Vertretungsnetz Sachwalterschaft Kärnten

13_Diskussion_Publikum+Podium+Schluss_16.4

Fragen und Statements aus dem Publikum mit Kommentaren der Podiumsgäste

Unter dem Titel "Sich im Alltag helfen können" hat das ÖIV drei 3-Tage-Kurse für (pflegende) Angehörige im Zeitraum März bis Juli 2012 durchgeführt (Wien, Kardinal-König-Haus; Tainach/Tinje in Kärnten, Bildungshaus Sodalitas). Siehe die Ausschreibung vom Kurs 2 in Tainach, an welchem parallel zu den pflegenden Angehörigen von 13 Menschen mit einer Demenz sieben von Angehörigen betreute Menschen parallel ein Aktivierungs- und Wohlfühlprogramm erhalten haben. Am Abschlussbericht wird derzeit gearbeitet.

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Ab sofort können Sie das 2-DVD-Set "Zurück zu einem unbekannten Anfang - Leben mit Alzheimerkranken" auch in unserem Onlineshop bestellen.

Montag, 25 Juni 2012 16:51

Videos Archiv

"Sich im Alltag helfen können 2013" - Live Dokumentation eines 3-Tage-Kurses für pflegende Angehörige mit ihren an (Alzheimer) Demenz erkrankten Betreuten

 

"Sich im Alltrag helfen können / Empowering your daily life" (2012)

jetzt mit Untertiteln in Deutsch / Enlisch zur Auswahl

 

PFLEGENDE ANGEHÖRIGE - Wege zur Gesundheit durch Zusammenarbeit

Zurück zu einem unbekannten Anfang - Trailer

Zur offiziellen Webseite von "Zurück zu einem unbekannten Anfang" - Ein Leben mit Alzheimerkranken

 

Nachlese "FRAUEN UND ALTER - Lebenskunst und lebenslanges Lernen" - 27. März 2014, Klagenfurt

Ein Clip über die Veranstaltung(Länge: 01:38), gedreht von KT1 - 1. Kärntner Privatfernsehen:

Die gesamte Veranstaltung von "FRAUEN UND ALTER - Lebenskunst und lebenslanges Lernen" können Sie nacherleben - in zwei Teilen.

Teil 1

"FRAUEN UND ALTER - Lebenskunst und lebenslanges Lernen" können Sie nacherleben - in zwei Teilen.

Teil 2

 

Symposium "DEMENZ - eine Herausforderung an das soziale Zusammenleben" - 4.3.2011, Kärnten

125 TeilnehmerInnen fanden sich zu diesem Symposium im Bildungshaus Sodalitas in Tainach / Tinje (Kärnten) pünktlich um 14.00 Uhr ein. Ob es der Titel des Symposiums: "DEMENZ - eine Herausforderung an das soziale Zusammenleben" war, die Programmgestaltung mit 10 Kurzreferaten durch hochkarätige ReferentInnen aus Medizin, Politik, Bildung und Betroffenen, moderiert durch Mag. Jochen Bendele, Redakteur der Kleinen Zeitung?

Gefördert durch dasbmask logo cmyk Kopie
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

Der Projektbericht "Curriculumsentwicklung zur Qualifizierung von BeraterInnen (pflegender) Angehöriger von Demenzkranken im extramuralen Bereich unter Einbeziehung und Schulung der Betroffenen" ist fertig und steht Ihnen zum Download bereit.

Basis - Schulungen in der Methode V/FValidation®nach Naomi Feil

Diese Basis - Schulungen dienen der Einführung in die Methode Validation nach Feil. Das Österreichische Institut für Validation veranstaltet in Kooperation mit dem Katholischen Bildungshaus SODALITAS (in Tainach / Tinje, Kärnten) einen Validation Grundkurs.

 Grundkurs Validation

15. - 16. Mai 2012
E-103 Grundkurs Validation - siehe das Programm DIALOG des Bidlungshauses Sodalitas

Petra Fercher
Dipl. VTI Validation Trainerinach Naomi Feil

dscn1275 

 ...

Validation nach Naomi Feil ist eine Methode, um mit desorientierten, sehr alten Menschen wertschätzend zu kommunizieren.

Die Validations-Theorie geht davon aus, dass alte Menschen in ihrer letzten Lebensphase danach streben, unerledigte Lebensaufgaben und Konflikte
aufzuarbeiten.

Sich einzufühlen und „in den Schuhen des anderen zu gehen“ hilft, Stress abzubauen und die Würde wieder herzustellen.

Zielgruppen:
Pflege- und Betreuungspersonen, ÄrztInnen, TherapeutInnen, Angehörige, ehrenamtlich Tätige in Pflege- und Betreuungs-Organisationen, MitarbeiterInnen aus dem Akut- sowie Behindertenbereich.

VORSCHAU:
Ein Auffrischungskurs für alle bisherigen TeilnehmerInnen an den Grund- und Aufbaukursen mit Petra Fercher wird für den Frühsommer 2013 von 9 - 17 Uhr - wieder im Bildungshaus Sodalitas in Tainach/Tinje. geplant.
Leiterin: Petra Fercher, Dipl. VTI Validationstrainerin nach Naomi Feil

 VORSCHAU: Grundkurs Validation (in Kärnten)

2 Tage geblockt:

für Frühjahr 2013 geplant. Termin auf Anfrage

Zielgruppen:
Pflege- und Betreuungspersonen, ÄrztInnen, TherapeutInnen, Angehörige, ehrenamtlich Tätige in Altenpflege- und Betreuungs-Organisationen, MitarbeiterInnen von Mobilen Diensten sowie aus dem Akut- und Behindertenbereich.

Nähere Informationen:
Österreichisches Institut für Validation (ÖIV)
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!: +43-664-1817654

Seminarbeitrag:
Für den 2-tägien Validation Grundkurs € 190,00 (inkl. MWST) (ohne Unterkunft und Verpflegung)

Referentin: Sarka Lahner, Dipl. VTI Validationstrainerin

Weitere Informationen zu Sarka Lahner

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